KRAFTORTE
Wallfahrt

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MARIA GERN  im Berchtesgadener Land



Um 1600 pilgerten die Berchtesgadener vornehmlich zu den Mariengnadenbildern in
(Groß-)Gmain, nach Dürrnberg oder zur Ährenkleidmadonna bei den Augustinerinnen in der Kirche zu Unseren Lieben Frau am Anger in Berchtesgaden (heutige Franziskanerkirche). Erst in der 2. Hälfte des 17. Jhdt. und ab dem frühen 18. Jhdt. entwickelten sich auch im Bereich der Fürstpropstei Berchtesgaden weitere Marienwallfahrten, zunächst jene von Maria Gern, dann in Ettenberg (um 1670) und Kunterweg (um 1690), schließlich auch noch kleinere Kapellen in Berchtesgaden (Hilgerkapelle), Unterstein und Loipl.



Bald nach 1600 wurde im Gerner Tal bereits ein Marienbild verehrt, eine Schnitzstatue der thronenden Muttergottes als Himmelskönigin mit dem Jesuskind (heute in Privatbesitz). Sie war in einem Bildstock am Platz der heutigen Angererkapelle aufgestellt.
1666 erfuhr die zunächst bescheidene Wallfahrt durch die damals von Wolfgang Hueber geschnitzte und gestiftete Gnadenstatue eine ganz neue Entwicklung. Hueber, ein gebürtiger “Gerer”, der lange Jahre als Unterwaldmeister des Salzburger Erzbistums in Itter bei Hopfgarten (Tirol) arbeitete, vermachte diese Marienfigur seiner alten Heimat.

Um 1669 baute man Reitbichl, also schon am Platz der heutigen Wallfahrtskirche , eine erste Holzkapelle. Hierher wurde das “neue” Muttergottesbild übertragen. Der damalige Stiftsdekan von Berchtesgaden erfüllte so die Bitte von Wolfgang Hueber, da es in der Nähe seines Geburtshauses bis dahin keine Kapelle gab. Nach alten Votivbildern barg der kleine sechsseitige Zentralbau im Inneren einen Marienaltar mit einem baldachinbekrönten Gnadenbild.



Um 1680 hatte schließlich die Wallfahrt so zugenommen, dass man die bisherige Kapelle durch einen größeren Steinbau ersetzte. Neben dieser Vorgängerkirche des heutigen Gotteshauses stand das Eremitenhäusl für den jeweiligen Klausner (Einsiedler, die von 1685 bis 1772 die Kirche und die Wallfahrt betreuten.)

Heute ist einer der Höhepunkte in der Wallfahrt das Kirchweihfest im Oktober, am 2. Sonntag nach Michaeli (29. September). Es wird am Vorabend mit einer Lichterprozession eingeleitet, eine weitere Prozesion folgt dann am Hauptfest, auch unter Begleitung der Weichnachtsschützen, die am Fendtleitenhang, gegenüber der Kirche, Salven abfeuern.

Votivgaben einst und jetzt:
Vom Vertrauen der Pilger auf göttliche Hilfe durch die Fürbitte Mariens und dem Dank für die erwiesene Gnade erzählen neben den über hundert Votivbildern, die noch heute an der Rückwand des Altarraumes angebracht sind, auch die zahlreichen Kerzen und Votivgaben - allesamt Zeugen einer bis heute lebendigen Marienwallfahrtstätte.
Typisch für das barocke Wallfahrtswesen sind die auf samtbezogene Holztafeln (1741) angebrachten Silber-Exvotos, Votivgaben in der Form von Frauen, Kindern, Gebärmutterkröten, Gliedmaßen und Haustieren.
Außerhalb der Kirche befinden sich 2 steinerne Votivsäulen.
Die vor dem Kirchturm aufgestellte Säule von 1719 ist lt. Inschrift “der allerheiligsten und allzeit unbefleckten Jungfrau Maria” dankbar gewidmet für die wunderbare Hilfe aus Todesgefahr. Eine weitere, die sog. Wassersäule von 1705, steht etwas unterhalb der Kirche im Wald am alten Fahrweg.


Solche imposanten Kraftbäumen wurden schon immer als Stätten des Glaubens genutzt. Zu finden ist er auf der halben Strecke von Maria Gern nach Hintergern.
 




Das “Frauenbründl” - eine (Heil?)Quelle - das am Steigungsbeginn direkt links neben der Straße nach Maria Gern zu finden ist:




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Quellen: Kirchenführer “Wallfahrtskirche Maria Gern”
            und eigene