KRAFTORTE
Deutschland
Blieskastel

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Kraftorte und Kultplätze in SAARLAND - DEUTSCHLAND

Bierbacher Klosterwald:
Tempelbezirk:
Das gallorömische Heiligtum des Saarlandes lag im Bierbacher Klosterwald. In einem Doppeltempel - durch den Umgang von den römischen Tempeln deutlich unterschieden - wurden die altkeltischen Göttin Rosmerta und ihr Gefährte Merkur verehrt. Auf einer Waldterrasse lag ein gebäudeloser Vorhof mit einem Brunnen, der das für die Kulthandlungen erforderliche Wasser lieferte. Die heilige Stätte ist langgestreckt und war von einer Einfriedungsmauer eingegrenzt. Der Tempelbezirk, von dem leider nur noch ein paar überwachsene Steine zu sehen sind - liegt im Bezirk “Dunkeltal”.
Wegbeschreibung: Autobahnkreuz Neunkirchen (A6 mit A8) -> Ausfahrt Homburg-Einöd -> Richtung Bierbach -> Fundstelle liegt knapp 3km nördlich von Bierbach. Ausstellung der Funde und eines rekonstruierten Vierecktempels im Freilichtmuseum Homburg-Schwarzacker.

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Blieskastel:
Menhir Gollenstein
Der 7m große Menhir ist wohl der größte Mitteleuropas. Er leitet seinen Namen von colus - Spinnrocken - ab. Die Entstehung in der Jungsteinzeit wird mit dem Sonnen- und dem Phalluskult in Verbindung gebracht. Im Mittelalter wurde eine kleine Heiligennische eingemeißelt. Der Gollenstein war über Jahrhunderte Wallfahrtsziel. Der Versuch im 2. Weltkrieg zum Schutze den Stein (Zielpunkt) flachzulegen scheiterte daran, dass das Seil riß und der Stein stürzte und zerbrach in 3 ausgesplitterte Teile. Heute ist kaum die menschliche Figur rechts unterhalb der Nische zu erkennen, die für eine vorgeschichtliche Götterfigur - vermutet wird der keltische Wettergott Taranis - gehalten wird.
Wegbeschreibung: A8 Ausfahrt Homburg-Einöd -> B423 Blieskastel Richtung Biesingen -> beim Pappelhof Richtung N bis zum Ende der Siedlung -> Wanderweg zur Anhöhe -> Grenzstein im Gebiet Blieskastel ->  Alschbach und Lautzkirchen.
noch genauere Informationen finden sie hier


Homburg:

Kultplatz “stumper Gipfel”
E
in tempelloser Kultplatz aus vermutlich keltischer Zeit, der auf künstlich abgeplattetem Gipfelplateau in Dreiecksform liegt. Die 3 Seiten wurden mit Steinen als Mauer eingefasst. Im Osten gab es einen Durchlaß für eine schräge Eingangsrampe zu einem großen, flachen, Felsblock mit eingearbeiteten Mulden an der Spitze des Dreiecks. Vermutung, dass auf die Steinplatte die Opfergaben gelegt wurden und die Aushöhlungen für den Auffang des Blutes diente. Der felsige Berg ist von Terrassen umrandet. Die gesamte Anlage läßt auf eine geweihte heilige Stätte der Kelten schließen, zur Huldigung der Götter in freier Natur.
Wegbeschreibung: 3 km östlich von Homburg (Saar). A6 Ausfahrt Homburg -> Richtung Sanddorf -> Abzweigung Käshofen -> gleich südlich der Straße erhebt sich der Berg.


Ihn:
Quellheiligtum “Sudelsfels”
Ursprünglich geweiht wurde dieses Quellheiligtum der gallischen Quell- und Heilgöttin Sirona. Zahlreiche Statuen, wie die einer weiblichen Gestalt mit Untergewand und Mantel, in der linken Hand eine Schale, deuten auf eine ländliche Kultstätte der bäuerlichen Bevölkerung (im 2. bis 4. Jhdt. n.Chr.) hin.
Dem Quellwasser wird große Heilkraft nachgesagt und ist ein sehr kalkhaltiges Wasser, welches noch heute aus der Erde sprudelt.
Wegbeschreibung: An der Grenze der Gemeinden Ihn-Niedaltdorf und am Westfuß des Hirnbergs. Vom Autobahndreieck Saarlouis (A620 mit A8) Richtung Ihn -> weiter Richtung N.


Otzenhausen:
Waldheiligtum Dianas im Hunnenring
Der Ring ist ein Dreieck von imponierender Größe - das konnten nur Titanen oder die Hunnen vollbracht haben - eine gigantische Anlage aus mächtigen Steinwällen. Die keltischen Treverer errichteten die stark befestigte Höhensiedlung in der Zeit der gallischen Freiheitskriege gegen die Römer. Mit dem Sieg Caesars über die Gallier hatte die keltische Ringanlage ihre Bedeutung als Befestigung verloren. Im verlassenen Burgring - zwischen überwachsenen Steinmauern - wurde oberhalb der heute sprudelnden Quelle der Göttin Diana ein kleiner, viereckiger Tempel errichtet. Eine bronzene Diana-Statue und das Fragment eines steinernen Ebers weisen auf ein Waldheiligtum Dianas hin, vielleicht auch auf eine Weihestätte des altgallischen Waldgottes Sucellus oder Silvanus.
Wegbeschreibung: Von N die A1 - von Osten die A62 bis Autobahndreieck Nonnweiler -> Richtung Otzenhausen - Ort durchqueren und bis zum Ringwall auf der Südspitze des Dolbergs (Beschilderung).



Rentrisch: Der Spellenstein von Rentrisch
Wenige Minuten vom Gollenstein finden wir einen grossen Menhir, der noch eher an einen typischen "Hinkelstein" erinnert, als der Monolith bei Blieskastel. Selten sieht man ein besseres Beispiel dafür, wie die Zivilisation diese Zeitzeugen einholt und umschliesst. Nervenaufreibende Presslufthammer der nahegelegenen Baustelle oder der Verkehr verhinderten einen ruhigen Moment in der Gesellschaft dieses 5 Meter hohen schönen Menhires , der im Vorgarten des Hauses Am Spellenstein Nr. 12 in Rentrisch abenteuerlich schräg in eine bestimmte Richtung zu zeigen scheint.
© 2000 Andreas Erlenkötter (Foto und Text dankend von http://www.dasvermaechtnis.de/rentrisch.htm)




Saarbrücken
Mithrashöhle:
Dieses Mithrasheiligtum, welches sich am Abhang des Halbergs (=Höhlenberg) befindet, wird im Volksmund “Heidenkapelle” genannt. In spätrömischer Zeit - ca 4. Jhdt n.Chr. - wurde die orientalische Kulthöhle von frühchristlichen Bilderstürmern rigoros zerstört. Lediglich Reste des Relief- und Figurenschmuckes des Mithradienstes konnten in Sicherheit gebracht werden. Der Mithrasglaube war ja als Weltreligion im römischen Imperium eine echte Konkurrenz zum aufstrebenden Christentum. Im späten Mittelalter wurde eine christliche Wallfahrtskapelle und eine Eremitenklause eingebaut.
Funde: Skulpturreste, mit einer Vogelklaue und einem Mondgesicht, Öllämpchen, kleine Tonteller mit Ausgußtülle, Schalen und Schüsseln, die wohl alle mithräischen Feiern begleitenden kultischen Mahlzeiten gehörten.
Der felsige Untergrund des Plateaus vor der Höhle neigte sich ursprünglich Richtung Saartal. Eine Treppe mit 2 Stufen, welche in den Fels gehauen wurde, führte in die Vorhalle des Kultraumes. Links von der Treppe befand sich eine große Grube mit Vertiefung und Rinne als Abfluß für die rituellen Waschungen und Bäder.
Wegbeschreibung: Westhang des Halbergs südöstlich vom Saarbrücker Zentrum (heute befindet sich auf der Höhe der Saarländische Rundfunk). A6 bis Autobahndreieck Saarbrücken -> nördlich weiter -> rechts von der Brebacher Landstraße liegt der Halberg.


Quellen: eigene und
Das Kultplatzbuch von Gisela Graichen