KRAFTORTE
Deutschland

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Kraftorte und Kultplätze in MECKLENBURG-VORPOMMERN  -  DEUTSCHLAND

 

Kap Arkona:
Slawischer Tempel:
Die Tempelburg von Arkona - eines der bedeutendsten Heiligtümer der Slawen - lag am nördlichsten Punkt der NB - an der NO-Spitze der Insel Rügen. Die Kultanlage befand sich im Inneren einer Burg, die im 8. - 9. Jhdt. errichtet wurde. Den Burgwall kann man im Gelände noch gut ausmachen. Hier wurden Reste von Opfermahlzeiten und Tier- und Menschopfern bei Ausgrabungen gefunden.
Heute werden die Reste der Tempelburg nach und nach von der Ostsee vollends zerstört.
Wegbeschreibung: E22 Wismar-Rostock-Stralsund-Rügen -> Kap Arkona liegt an der NO-Spitze Rügens-> gleich neben dem Leuchtturm sind noch Reste des Burgwalls zu erkennen (den größten Teil der Kultanlage und des Burggeländes hat aber bereits das Meer verschlungen).

Kraftorte suchen:

 

Blengow:
Schalenstein:
Auf einem Deckstein eines größtenteils zerstörten Megalithgrabes befinden sich mehrere deutlich ausgehöhlte Schälchen und 3 Radkreuze. Der Stein liegt heute neben der einstigen Grabkammer. Die vermutlich kultische Funktion der Schälchen wird duch die als Sonnensymbol gedeuteten Radkreuze verstärkt, die aber nur gering in die platte Seite des 220 cm langen Findlings aus Granit eingetieft sind. Am Besten zu erkennen sind sie bei feuchtem Wetter.
Wegbeschreibung: Von Wismar Richtung N -> in Rakow bis Blengow bei Rerik, dort Richtung Roggow -> der  Straße durch Blengow folgen -> nach 1 km liegt rechts auf einer Anhöhe der Stein.


Boitin:
Steintanz:


Eine Sage erzählt, hier wurde eine Hochzeitsgesellschaft versteinert. Dies ereignete sich dadurch, dass die ganze Gesellschaft die Warnung eines Mannes nicht so ausgiebig zu feiern nicht ernst nahm und daraufhin mit einem Donnerschlag  versteinert wurde.
Es wird hier ein Schauplatz kultischer Tänze vermutet. Auf einem Hinweisschild am “Mecklenburger Steintanz” ist zu lesen: “Der Platz diente vor 3000 Jahren den Germanen als Kultstätte.

4 Steinkreise, die je aus 9 freistehenden stelenartigen Findlingen bestehen. Die Steine sind bis zu 190 cm hoch und ihre glatte Fläche weist stets zur Kreismitte. Der größte Stein - die “Brautlade” - hat 13 Vertiefungen, die als Hinweis auf einen urgeschichtlichen Kalenderstein gedeutet werden.
Schon seit 1765 wird der Steintanz von der Bevölkerung als Opfer- Kult- und Gerichtsstätte bezeichnet. 1928 erst entstand die Hypothese, dass die Steinkreise eine astronomische Bedeutung gehabt haben. Der Doppelstein in Kreis 3 gilt als Visier, von dem Ortungslinien ausgehen.
Der Steintanz wird auch gerne von Archäoastronomen mit Stonehenge verglichen.  
Wegbeschreibung: Schwerin 104 Richtung Güstrow -> weiter nach Tarnow -> an der Kirche links Richtung Boitin -> hinter Ortsausgang, an der Gabelung, R (Hinweisschild) -> im Wald 2 km -> hier liegen rechts die Steinreise.



Groß Raden:
1000jähriger Tempelort:
Hier wurde einer der besterhaltenen Tempel der Nordwestslawen gefunden. Die Bauweise der Kulthalle konnte von Experten in nahezu allen Einzelheiten untersucht und rekonstruiert werden.
Die Außenwände waren mit 3 m hohen Bohlen aus Eiche verziert, die am oberen Ende stilisierte weibliche und männliche Köpfe trugen. Die kultische Bedeutung konnte nicht zuletzt durch den schmalen Umgang mit Geländer bestätigt werden. Umgangstempel sind aus der Keltenzeit bekannt. Es wurden auf beiden Seiten des Zugangs Stelen mit Köpfen, Pferdeschädel - sogenannte Kultrösser - und einen Pokal aus Ton (dem Priester zugesprochen) gefunden. 
Die Kultstätte wurde nach seiner Zerstörung im 10. Jhdt. in die Burg “übersiedelt”, die auf der kleinen vorgelagerten Insel errichtet wurde. Das höchste Heiligtum der slawischen Warnower (Verband der Obotriten) war offenbar an diesen Ort am Sternberger Binnensee gebunden. (Vergleichbare Kultstätte wurde nur in Arkona gefunden). Da ein nur 1 m breiter Stieg in das Rund der Tempelburg führte, wird angenommen, dass nur Auserwählte in das Heiligtum eintreten durften.
Das Gelände des Tempelortes ist seit der Christianisierung in den Besitz der Kirche übergegangen.
Tempelburg und Kulthalle können in den Sommermonaten besichtigt werden.
Wegbeschreibung: von Schwerin Richtung 104 Güstrow -> in Sternberg Richtung Groß Raden -> Freilichtmuseum (Hinweisschild)

 

Görnow:

Schälchenstein:
Der Deckstein eines Großsteingrabes (Ganggrab) ist übersät mit kreisrunden, künstlich eingeschlagenen Vertiefungen. Es wurden vermutlich Opfergaben der bäuerlichen Bevölkerung hineingelegt: Getreidekörner, Honig, Milch.
Wegbeschreibung: Schwerin 104 bis Sternberg -> weiter nach N bis Groß Görnow -> die Hünengrabstraße Richtung Klein Görnow -> Brücke über Eisenbahnlinie überqueren -> das Ganggrab befindet sich rechts der Straße auf einem kleinen Hügel (Hinweisschild).

 

Parchim:
Kulthalle:
Die Kulthalle ist ein Spaltbohlebau von 12,6 m x 11,4 m Länge und stand am Ende eines mit Stangen begrenzten Sandweges. Er ähnelt im Grundriß dem Tempel von Groß Raden. Ein Umgangstempel. Es kann gesagt werden, dass das Innere der Kulthalle sauber mit Sand beschichtet war und in der Mitte sich große Steine befanden. Die ausgegrabenen Pfostenreste weisen auf kräftige Pfähle in Steinpackungen hin. Am Zugang zum Tempel wurden Pfostenreste, 2 Lanzenspitzen und eine Kastrierzange gefunden: Aus den alten Chroniken ist bekannt, daß weiße kastrierte Hengste beim Weissagen als Medium dienten, indem sie über Lanzen geführt wurden. Die Überreste der Anlage sind gut zu erkennen.
Die befestigte Marktsiedlung wurde um 1100 n. Chr. zerstört und lag an einer der wichtigsten Handelsstraßen von Magdeburg an die Ostsee. Ebo - ein Chronist - schrieb , dass in Verbindung mit dem Markt einst religiöse Feste “mit Vergnügen, Schmausen und Götzenverehrung” abgehalten wurden.
Wegbeschreibung: E26 Hamburg-Berlin -> Ausfahrt Neustadt-Glewe -> 191 nach Parchim -> Richtung Siggelkow bis zur Elde -> vor der Brücke links am Ufer entlang -> nach ca 1 km zu Fuß halblinks durch das Wiesengelände nördlich des Dorfes Neuburg -> links vom Schilf ist der Ausgrabungsbereich mit der rekonstruierten Kulthalle.


Tollensesee:
Fischerinsel:
Ein eindrucksvolles Zeugnis des Kultes der Slawen wurde auf der Fischerinsel im Tollensesee bei Neubrandenburg gefunden: ein doppelköpfiges Holzidol mit ca 1,7 m Höhe aus Eichenstamm. Mit diesem Götterbildnis aus einer Siedlung des 11./12. Jhdt. wurde zum ersten Mal ein mehrköpfiges hölzernes Kultbild nachgewiesen (wie es zB in mittelalterlichen Chroniken beschrieben wurde).
Etwas südlicher, in der Lieps, auf der größten Insel Hanfwerder, wurde ein Kultgebäude freigelegt.
Wegbeschreibung: Berlin E251 nach N -> Richtung Neubrandenburg -> ca 14 km SW von Neubrandenburg liegt links der Straße, am Südende des Tollensesees, die Fischerinsel. Das doppelköpfige Holzidol steht im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Schwerin.


Feldberg:
Schloßberg:
Über dem Luzinsee - einer der schönsten Plätze von Mecklenburg - befand sich während des 7. und 8. Jhdt. innerhalb einer befestigten Siedlung eine Kultstätte. Es wird sogar vermutet, dass sich auf dem Schloßberg das von Adam von Bremen und Thietmar von Merseburg überlieferte Heiligtum Rethra, die berühmte lutizische Tempelburg - die trotz 200jähriger Bemühungen bis heute nicht bestimmt werden konnte - befindet.
Reste des Burgwalles slawischer Wurzeln sind noch gut zu erkennen. Das Gebäude, welches als Kultstätte mit Tempel angesehen wird - war gegenüber der Siedlung durch einen flachen Graben abgegrenzt. Vor über 1000 Jahren führte von hier ein Pfad zu dem 27 m tiefer gelegenen See.
Wegbeschreibung:Berlin E251 Richtung N -> in Fürstenberg nach O Richtung Prenzlau -> in Lychen nach N -> bei Freiberg erhebt sich der Schloßberg über den breiten Luzinsee (mit Steilhang zum See).


Quellen: eigene und
Das Kultplatzbuch von Gisela Graichen